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Unsere Kanzlei hilft weiter beim Streit um das Umgangsrecht

Sie haben Fragen zum Umgangsrecht oder Probleme mit dem Besuchsrecht? Die erfahrenen Fachanwälte für Familienrecht der Anwaltssozietät Prof. Dr. Tondorf, Böhm und Leber in Düsseldorf beraten Sie zu den unterschiedlichsten Fragestellungen des Umgangsrechts.

Das Umgangsrecht dient der Bindungen eines minderjährigen Kindes an seine Eltern. Deshalb ist es so schützenswert. Jedem Elternteil, der nicht mit seinem Kind zusammenlebt, steht das Umgangsrecht zu. Und auch das Kind hat das Recht auf Umgang mit Vater oder Mutter. In besonders gelagerten Fällen kann es auch um das Recht Dritter auf Umgang mit dem Kind gehen - beziehungsweise das Recht des Kindes auf Umgang mit Dritten, beispielsweise den Großeltern.

Das Umgangsrecht für Vater und Mutter ist in Deutschland im Zusammenhang mit der Sorge der Eltern (Sorgerecht) im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) geregelt. Es ist aber rechtlich vom Sorgerecht zu trennen.

Auch einem Elternteil ohne Sorgerecht steht das Recht auf Umgang und ein Besuchsrecht im Sinne einer Umgangsregelung für das Kindeswohl zu. Oft wird die Umgangsregelung durch ein Gericht im Rahmen einer Scheidung festgelegt.

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) hat aber auch die Rechte leiblicher Väter auf Umgang mit ihren nichtehelichen Kindern gestärkt.

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Was ist beim Umgangsrecht üblich?

Zweck des Umgangsrechts ist es, dass auch bei einer Trennung oder Scheidung die Bindungen des Kindes zu beiden Eltern erhalten bleibt. Die Ausgestaltung des Umgangsrechts oder Besuchsrechts unterliegt keinen gesetzlichen Vorgaben. Auch zum Umfang des Umgangs finden sich keine Angaben im Gesetz. Der Umgang soll im Interesse des Kindeswohls ausgestaltet werden. Hierbei sind auch die speziellen Rahmenbedingungen für Vater, Mutter und Kind zu berücksichtigen – beispielsweise das Alter des Kindes, die Arbeitszeiten der Eltern und die Entfernung der Wohnorte voneinander.

Wie lange dauert das Umgangsrecht?

Wie viele Stunden genau das Umgangsrecht gilt, ist eine individuelle Regelung. Können sich die Eltern nicht einigen ist es ratsam, dass Anwälte für Familienrecht zwischen Vater und Mutter vermitteln. Eine gesetzliche Regelung dazu gibt es nicht. Um eine enge Bindung und den persönlichen Kontakt mit dem umgangsberechtigten Elternteil (oft dem leibliche Vater) zu gewährleisten, sollten beide Elternteile ein massives Interesse daran haben, dass eine einvernehmliche Regelung gefunden wird. Das Eltern-Kind-Verhältnis und die elterliche Sorge werden damit gefördert, auch wenn beispielsweise die alleinerziehende Mutter ausnahmsweise das alleinige Sorgerecht nach einer Scheidung oder Trennung hat.

In der Regel üben die Eltern nach dem Ende einer Beziehung ein gemeinsames Sorgerecht aus. Dadurch nehmen Mutter und Vater bei wesentlichen Fragen gleichen Einfluss auf die sozial-familiäre Erziehung und Entwicklung. Gleichzeitig kann das Gericht auch darüber urteilen, ob ein gemeinsames Sorgerecht tatsächlich dem Kindeswohl entspricht oder die Differenzen zwischen den Eltern so gravierend sind, dass es besser ist, einem Elternteil das alleinige Sorgerecht zuzusprechen.

Sehr häufig wird der Umgang für den regelmäßigen Kontakt in der Weise durchgeführt, dass er an jedem zweiten Wochenende stattfindet. Diese Regelung wird gewählt, wenn getrennte Eltern arbeiten und sich die freie Zeit, also meistens die Wochenenden, mit dem Kind teilen. Bestehen zwischen dem Kind und seinem Elternteil sehr enge emotionale Bindungen oder ist das Kind sehr jung – dann greift der Aspekt des kindlichen Zeitempfindens – so kann es nötig sein, dass Umgangsbesuche auch innerhalb der Woche stattfinden. Gleiches kann gelten, wenn zwischen den Wohnungen der Eltern eine nur geringe räumliche Distanz besteht und sich Nachmittagsbesuche anbieten.

Es kann aber auch eine längere Zeit sein, in der das Kind mit Vater oder Mutter eine häusliche Gemeinschaft bildet. Beim Wechselmodell beispielsweise leben die Kindern bei beiden Elternteilen. Wird das Kind durch die Eltern zu annähernd gleichen Zeitanteilen betreut, erzogen und versorgt, so spricht man auch vom paritätischen Wechselmodell. Beide Elternteile bieten dem Kind ein Zuhause, in dem es sich abwechselnd aufhält.

Für die Kontakte mit anderen, den Kindern nahestehenden Personen wie den Großeltern kommt es auf den Einzelfall an. Das Familiengericht regelt Umfang und Häufigkeit dieser Umgangskontakte oder schließt Kontakte für eine begrenzte Zeit aus, wenn sie im Ausnahmefall schädlich sein sollten.

Wer muss beim Umgangsrecht das Kind holen und bringen?

Eine Umgangsregelung für den besuchsberechtigten Elternteil bezieht sich auch immer auf die Abholung und das Zurückbringen zum Ex-Partner. Gerade bei kleinen Kindern ist das wichtig. So kann beispielsweise der Vater das schulpflichtige Kind im Rahmen der Umgangsregelung freitags von der Schule abholen und am Sonntagabend zum anderen Elternteil zurückbringen. Auch die Großeltern könnten dabei eingebunden werden. Der Frage, wer das Kind im Rahmen der Umgangsregelung abholt, kommt bei der anwaltlichen Beratung oft eine nicht zu unterschätzende Bedeutung zu.

unsere anwaelte bei einer besprechung

Was passiert, wenn sich der Ex-Partner nicht an die Umgangsregeln hält?

Wird das Besuchsrecht oder die Pflicht zum Umgang verletzt, können die Eltern das Jugendamt um Vermittlung bitten und letztlich beim Gericht einen Antrag auf Regelung des Besuchsrechts stellen. Das Familiengericht wird über den Umfang des Umgangsrechts teilweise mit dem gemeinsamen Nachwuchs entscheiden und dessen Ausübung, auch gegenüber einer dritten Person, näher regeln. Das BGB sagt: „Die Eltern haben alles zu unterlassen, was das Verhältnis des Kindes zum jeweils anderen Elternteil beeinträchtigt oder die Erziehung erschwert. Entsprechendes gilt, wenn sich das Kind in der Obhut einer anderen Person befindet.“ Das Familiengericht kann die Eltern durch Anordnungen zur Erfüllung der gesetzlich geregelten Pflicht anhalten.

Die gerichtliche Umgangsregelung bestimmt, dass die Kinder den Elternteil, bei dem sie nicht leben, regelmäßig besuchen dürfen und auch mit ihm Urlaub machen können. Dauer und Häufigkeit, Übernachtungen und andere Einzelheiten hängen von den konkreten Umständen im Einzelfall ab.

Ein sehr wichtiges Thema ist die Herausgabe des Kindes. Nach § 1632 BGB umfasst die elterliche Sorge das Recht, die Herausgabe des Kindes von jedem zu verlangen, der es den Eltern oder einem Elternteil widerrechtlich vorenthält. Trennen sich die Eltern eines Kindes ohne eine gemeinsame Entscheidung über den Lebensmittelpunkt des Kindes getroffen zu haben, ist Voraussetzung für einen Antrag auf Herausgabe des Kindes, dass dem Antragsteller vorab das Aufenthaltsbestimmungsrecht übertragen worden ist.

Wo müssen Eltern das Umgangsrecht beantragen?

Können sich Mutter und Vater nicht über das Umgangsrecht einigen, ist das Jugendamt die erste Anlaufstelle. Es berät oder vermittelt an weitere Beratungsstellen. Als umgangsberechtigte Person besteht Anspruch auf Beratung und Unterstützung durch das Jugendamt. Erst wenn diese Bemühungen gescheitert sind, können Vater oder Mutter einen Antrag ans Gericht stellen. Die zuständige Stelle ist das Amtsgericht (Familiengericht), in dessen Bezirk sich das Kind gewöhnlich aufhält beziehungsweise das mit dem Scheidungsverfahren befasste Familiengericht.

Wann kann ein Gericht das Umgangsrecht entziehen?

Ein Gericht kann das Umgangsrecht entziehen, wenn der Kontakt beziehungsweise Umgang für das Kind schädlich sein kann. Alleinentscheidend ist das Kindeswohl. Ist dies gefährdet kann das Familiengericht das Umgangsrecht vorübergehend oder auf Dauer einschränken oder ganz ausschließen. So kann beispielsweise eine Alleinerziehende das Umgangsrecht und Besuchsrecht des Vaters in schwerwiegenden Fällen verhindern. Dazu gehören psychische Auffälligkeiten des Kindes, körperliche Misshandlungen, Entführungsgefahr, Alkoholsucht oder Drogensucht und ansteckende Krankheiten. Das Jugendamt kann dazu beraten und gegebenenfalls auch einen begleiteten Umgang vorschlagen.

Was passiert mit dem Umgangsrecht, wenn das Kind sich weigert?

Einerseits gilt: Lehnt es den Umgang mit dem anderen Elternteil ab, so führt dies nicht zwingend zu einer Versagung des Umgangsrechts. Andererseits darf man den Kindeswillen auch nicht einfach als unbeachtlich abtun oder pauschal unterstellen, der betreuende Elternteil habe Einfluss genommen. In solchen Fällen ist zu prüfen, ob die Ablehnung eine autonome Entscheidung ist – egal ob diese Entscheidung nachvollziehbar ist oder nicht. Es gibt in solchen Fällen zum Beispiel die Möglichkeit, den Umgang mit Vater oder Mutter erst einmal unter Vermittlung des Jugendamtes stattfinden zu lassen.

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